Freitag, 22. Februar 2013

Jaisalmer

Von Jodhpur gings per Zug (7 Std.) in die abgelegene Wüstenstadt Jaisalmer, diese liegt etwa 100 km von der pakistanischen Grenze entfernt, also irgendwo im Nirgendwo.
Unser absolutes High light war da natürlich die Camelsafari!
Am Morgen früh wurden wir im Guest House abgeholt und zusammen mit Manuel und Felix aus Deutschland fuhren wir nochmals 60 km. raus in ein Muslimdorf. Dort wurden wir freundlich von unserem Wüstenspezialist Ali (wahrscheinlich hat er die Wüste noch nie wirklich verlassen...) empfangen. Nachdem auch die Kamele bereit waren gings endlich los. Nach erfolgreichem Aufsteigen trotteten wir durch den Sand dem Horizont entgegen. Nach etwa 10 Min. reiten hat Manuel seinen Flipflop verloren, Ali musste absteigen, Flipflop suchen und wieder aufsteigen. 15 Min. später hat Felix seine Wasserflasche fallen lassen, also das selbe Spiel nochmals. Da das Kamel jedes mal ganz abliegen muss kann das schon dauern.
Danach gings ohne Vorfälle bis zum Mittagsstopp weiter. Schon etwas gstabig stiegen wir von unseren treuen 4-Beiner und erfreuten uns über ein schnell gekochtes Chai von Ali. Auch das z'Mittag zauberte er uns gekonnt. War super. Natürlich wurde mit den Händen gegessen, Besteck wurde gar nicht erst mitgeführt. Am Nachmittag ritten wir weiter, noch schnell bei der Kameltankstelle vorbei und weiter über die Dünen. An einem schönen Plätzchen schlugen wir unser Nachtlager auf und die Kamele wurden in den wohlverdienten Ausgang entlassen. Wir genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang, unterdessen kochte Ali und sein mittlerweilen zu uns gestossener Freund ein typisch indisches Curry inklusive Vorspeise und frisch gebackenen Chapati über dem Feuer. Irgendwann (wir waren absolut zeitlos dort draussen, kein Handy und keine Uhr) legten wir uns unter die Decken und schliefen unter dem Sternenhimmel ein.
Am nächsten Morgen erwachten wir und Ali hatte schon frischen Chai parat. Nachdem Frühstück machte er sich wieder auf den Weg um die Kamele zu suchen (das kann dauern), danach zusammenpacken, satteln und weiter gehts. Der zweite Tag ging schnell vorüber, Besuch in einem Nomadendorf (Felix und Manuel haben sich noch schnell mit Opium eingedeckt um die Wirkung zu testen..., ist hier ja normal an jeder Ecke, auch in der Wüste wie wir feststellten), nochmals Mittagessen in den Dünen und dann gings leider schon zurück....
Dieser Trip war einfach SUPER! Waren zwar danach absolut kaputt von der Hitze, leicht die Nase verbrannt und etwas Mühe mit Laufen aber wir würden es jederzeit wieder machen.

Die Tage in Jaisalmer vergingen schnell und nach einer langen Reise (6 1/2 Std. mit dem Bus nach Bikaner und danach 7 Std. Nachtzug) erreichten wir heute Morgen Delhi.

Unsere Karawane
 
Ali beim kochen
 
das Ergebnis
 
Kameltankstelle
 
 
Nachtlager
  
Chrigel mit Wüstenfreund
  
 und der Rest unserer Gruppe
 
 
 
 
 

Jodhpur the blue City of India

Leider hatten wir in der letzten Zeit kein Internet, deshalb bloggen wir etwas spät...

Nach einer holprigen 6-stündigen Busfahrt, eingequetscht mit Indern, erreichten wir Jodhpur. Die blaue Stadt Indiens. Nach Pushkar wieder eine richtig turbulente indische Stadt...
Von unserem Guest House hatten wir beste Sicht auf das berühmte Meherangarh Fort, welches wir natürlich besichtigen inklusive Audioguide Tour, war also spannend.
An einem anderen Tag buchten wir einen Guide, welcher uns mit dem Jeep raus aus der Stadt kutschierte. Wir besuchten verschiedene Bishnoi-Dörfer in welchen noch das alte traditionelle Handwerk gepflegt wird und genossen die frische Landluft!

 
Meherangarh Fort
 
 
"Töpferkunst"
 
 

Mittwoch, 13. Februar 2013

Tree of Life...



Vor einigen Tagen haben wir einen Roller gemietet und sind nach Tolfa gefahren um ein Tierspital zu besuchen. Mitten in der Wüste wurde diese super Einrichtung vor einigen Jahren durch eine Engländerin ins Leben gerufen. Hier in Indien wimmelt es von Strassenhunden und es ist das Land mit der höchsten Tollwutrate weltweit (viele Menschen sterben hier daran!)
Hunde mit Tollwutsymptomen werden eingefangen und bleiben ca.14 Tage zur Überwachung, falls sie wirklich Tollwut haben, überleben sie diese Zeit meistens nicht, anderenfalls werden sie geimpft, kastriert und wieder zurück auf die Strasse gebracht.
Dies ist die beste Möglichkeit die sie hier in Indien haben...
Viele der Hunde sind gelähmt, die meisten sind Opfer des Strassenverkehrs geworden, werden hier so gut es geht operiert und zusammengeflickt und verbringen dann den Rest des Lebens in dieser Einrichtung, den auf der Strasse hätten sie keine Chance mehr. Auch indische Familien können ihre Tiere vorbeibringen und kostenlos behandeln lassen, denn die meisten hätten diese finanzielle Möglichkeit nicht und der Verlust von Nutztieren kann auch die Existenz vieler Familien auf dem Land gefährden.
Ja wir haben da viel schönes aber auch viel weniger schönes gesehen, die Realität halt. Viele dieser Tiere würde man in der Schweiz "himmeln", dies ist hier nicht ganz so einfach den im Hinduismus ist dies verboten. Für uns nicht wirklich nachvollziehbar, aber andere Länder, andere Sitten. Auf jeden Fall helfen sie durch Impfaktionen und Kastrationen die Menge der Strassenhunde und der Tollwut etwas zu verkleinern.

 
 
 
 
 


Dienstag, 12. Februar 2013

Pushkar

Seit schon fast wieder einer Woche sind wir nun in Pushkar, irgendwo im nirgendwo. Pushkar ist eine von Indiens heiligsten Städten und zieht deshalb viele hinduistische Pilger hierher damit sie sich vom heiligen Seewasser sämtliche Sünden oder was auch immer reinigen lassen können.
Einmal im Jahr (November) findet hier in der Wüste der grösste Kamelmarkt (unt mela) der Welt statt mit über 150 000 Händler und ihren Kamelen.
 
In Pushkar bekommt man nur streng vegetarisches Essen, auch Eier sind strengstens verboten, Alkohol ist verboten sowie alle anderen Drogen natürlich auch. Dies ist aber nur die offizielle Richtlinie, die meisten halten sich nicht daran, vor allem nicht an das Alkoholverbot. Im Versteckten wird hier an jeder Ecke nur so mit Alkohol und Drogen herumgehandelt. Ausserdem leben hier sehr viele westliche Aussteigertouris von welchen die meisten den ganzen Tag zugedröhnt sind.
 
Zum relaxen und einfach ein bisschen in den Tag hineinleben ist Pushkar wahrscheinlich der beste Ort in Rajasthan.
 
Savitri Tempel
 
 
   Strassenstand mit indischen Spezialitäten
 

heiliger See mit 52 Ghats

Freitag, 8. Februar 2013

Zugfahren in Indien, immer ein Abenteuer...

Wir erlebten wieder einmal eine amüsante Zugreise. Der Zug fuhr um 06.15 Uhr los in Udaipur, da war noch genügend Platz vorhanden, der Zug war so zusagen fast leer. Wir freuten uns auf eine ruhige Reise, dem war natürlich nicht so. Nach wenigen Haltestellen war unser Wagon vollgestopft. Zum Glück reisen wir nie ohne Sitzplatzreservierung, dies ist Gold wert!
 
Die Zeit vergeht jedoch immer schnell und immer läuft irgendetwas im Wagen. Zirka fünf Mal die Stunde hört man wieder rufen "Chai, Chai, Chai...", dann flitzt jemand mit dem Teekanister vorbei. Regelmässig kommt jemand mit Esswaren vorbei, von Currys über Früchte, Eintopf, Eier, alles Mögliche. An jeder Haltestelle warten schon die Krimskramsverkäufer die in den Zug springen und die Zeit nutzen bis der Zug weiterfährt um irgendetwas zu verkaufen. Falls man vielleicht kurz mal Ruhe hat von den manchmal doch anstrengenden Gerüchen des Essens, gehts meistens nicht lange bis irgendwelche Musikanten zu steigen und ihr Können zum Besten geben, indische Musik ist halt nicht so unser Geschmack. In regelmässigen Abständen kommen Kinder oder Frauen mit Babys vorbei die ziemlich hartnäckig betteln...manchmal zeigen die Kinder Kunststücke und gehen dann mit der Sammeldose herum.
Eigentlich geht es immer friedlich zu und her. Nur einige Male war uns nicht ganz so wohl bei den Nachtzügen welche in den Vororten grösserer Städte halten und dann die Türen öffnen, meistens steigen Jungs ein welche den Zug "putzen" oder auf Flaschensuche sind und natürlich Geld wollen. Da in der Nacht nicht so viel läuft im Zug und meistens viele Passagiere früher ausgestiegen sind als wir, sind wir (also Touris) hauptsächlich Ziel dieser Jungs welche zum Teil ziemlich fordernd und aggressiv werden...zum Glück ist bis jetzt immer alles gut gegangen.
 
Im Zug erlebt man auf jeden Fall das wirkliche Indien!
 

 
 
 
 

Mittwoch, 6. Februar 2013

Immer noch in Udaipur...

Heute ist unser letzter Tag hier in Udaipur. Eigentlich hatten wir nicht geplant so lange hier zu verweilen, aber leider hat Christian wieder einen fiesen Chäfer aufgelesen...da die Hygiene und Sauberkeit hier nicht ganz so wichtig genommen wird (also Restaurantküchen sollte man besser nicht auskundschaften!) ist dies schnell passiert. Zwei Tage verbrachte er mit hohem Fieber im Bett, zum Glück gings dann Tag für Tag wieder bergaufwärts mit ihm. Nun konnten wir doch noch einiges unternehmen.
Morgen gehts weiter mit dem Zug etwa 5 Std. nach Ajmer, dann per Bus nach Pushkar.


 
 
 
 
 
"Tempelguru" vor dem Jagdish-Tempel
 
 Küchen-, Service-, Reinigungs- und Rezeptionspersonal des Guest Houses
eigentlich macht hier jeder alles, ob er es nun kann oder nicht!
Englisch kann keiner wirklich...
 
 
 
 
 

Samstag, 2. Februar 2013

Udaipur

Vor drei Tagen sind wir hier in Udaipur angekommen. Nach 10 Std. Nachtzug waren wir froh, endlich aussteigen zu können. Eine Unterkunft war schnell gefunden, da wir einen sehr hilfsbereiten Taxifahrer hatten welcher nicht auf Provision aus war. Nun sind wir hier in einem gemütlichem Guest House mit Dachterrasse und einer traumhaften Aussicht zur Altstadt...
Udaipur ist eine für indische Verhältnisse kleinere Stadt und liegt direkt am Picholasee. Hier gibts viel zu entdecken und in den Gassen der Altstadt wimmelt es von Krimskramslädeleni, Hippikleider, Holz- und Steinhandwerken und gemütlichen Restaurants mit feinen indischen Spezialitäten. Momentan ist Hochzeitsaison in Indien und viele Paare kommen hierher, da es sagt man, eine der romantischsten Orte ist in Rajasthan. Jeden Tag ziehen Hochzeitsgesellschaften durch die Strassen mit lauter Musik, Tanz und hunderten von Gästen...